Die Elschwurst

 

und unsere kleine verrückte Bilderwelt

 

 

 

*Systemfehler*

 

Was sind das nur für Zeiten, in denen wir leben? Das darf man ja wohl mal fragen.

 

Das fragten wir uns auch. Peter und ich. Nur dass wir selten wirklich fragen. Wir antworten lieber. Das können wir. Aussagen machen. Und seien sie noch so heiter und belanglos. Aber manchmal ist das auch nur Tarnung.

 

Ja was sind denn das für Zeiten? Ziemlich verrückte. Oder entrückte Zeiten? Nicht mehr wirklich normal. Da kann man auch gleich an Wänden hochgehen. An der Decke entlanglaufen. Das ist ja auch zum Haare raufen.

 

Peter und ich entschieden, dass es nun auf so was auch nicht mehr ankommt. Erst recht nicht mehr auf die Schwerkraft. Also weg damit!+

 

 

 Perspektiven müssen brennen.

 

Sie brennen umgedreht und banal.

 

Sie hopsen edel und belegt.

 

Oh nein... jetzt bin ich poetisch geworden.

 

Ehm...

 

Elschwurst.

 

Oh umgedrehtes Ding du!

 

Perspektive, mein gemeinsamer Kuss.

 

über der Welt allzeit!

 

Sitzt - du musst es gurglen!

 

Wo ist der herzlose Scherz?!

 

Elschwurst du.

 

Kräftig ach so lang.

 

Perspektive zwischen Verlieren und Hopsen.

 

 

Ehm. ok. Es gab ein Fehler im System. Vielleicht kann ich doch nicht einfach an der Decke laufen. Nach einiger Zeit merkten wir auch, dass sich die Schwerkraft nicht einfach wegdenken lässt. Nicht wenn man einen Körper hat. Mit Masse. Wegen der Physik.

 

Letztendlich sind wir ja doch alle nur Menschen hier, im rückwärtigen Raum.

 

Spaß hatten wir trotzdem! Und das ist die Hauptsache.

 

 

Oh…hier brauche ich zu Elisas Worten nichts hinzuzufügen, weil Sie alles was wichtig ist schon erwähnt hat. Außer, dass ich mich immer wieder freue mit Ihr unsere kleine Verrückte Welt der Bilder umzusetzen. Wir uns neben dem Bildermachen einfach so dufte verstehen, was das Ganze abrundet und eine wichtige Grundlage des Ganzen ist. Punkt, fertig und aus! :-)

 

 

*Die Örtlichkeit des Systhemfehlers, bei mir daheim*

 

 

*Da hockt Er - Der Monk!*

 

 

Im analogen Format

 

In dieser Bilderrunde habe ich Elschwurst nur analog ins Bild genommen. Hier die Kameras, die ich hierfür genutzt habe: Revue Flex SC2, Reflekta 2, Rodenstock. Diverse Filme

 

*Der Schein trügt*

 

*Die Wahrheit unterliegt einem Schleier*

 

*Heilige Maria*

 

 

*Gedankenentzug*

 

...und der Glaube, die Gedanken sind mein.

 

Hat nicht jeder schon mal das Gefühl gehabt, jemand liest deine Gedanken und spricht sie aus. Ist man dann nicht auch etwas irritiert davon und bekommt vielleicht auch ein wenig angst, weil der Mensch auch die Gedanken lesen kann,

die tief verborgen in einem sind…

 

 

*Spinoelschwurstsaurus*

„Peter!!! Ich habe hier dieses Korsett, was ich mal für viel zu viel Geld auf einem Mittelaltermarkt gekauft habe!!!! Ich will was damit machen!“ forderte die Elschwurst. Mit so etwas muss dann der Fotograf dann arbeiten. Ich bin aber wirklich froh, dass wir das genau zu der Fotorunde und analog umgesetzt haben. Ich finde hier passt alles zusammen. Vor allem faszinieren mich die Verschlüsse am Rücken, hat es für mich sogar fast etwas Animalisches. Danke, Peter dass ich dir egoistisch meine Idee aufs Auge drücken durfte.

 

 

*Merle & Elschwurst*

„Der Film muss noch voll werden“ sprach der Peter während ich schon wieder geistig woanders war. Bei Getränken und Knabbereien. Und natürlich dabei, festzustellen wie niedlich mein Hund ist. Merle war zum ersten Mal mit bei einer Fotorunde und hat sich ganz lieb benommen. Lag eigentlich nur in der Ecke und guckte etwas skeptisch und betroffen. Wenn dann natürlich jemand sagt, es müssen noch Bilder verknipst werden, landet natürlich der Hund auf magische weiße auf meinem Schoß und muss der Welt gezeigt werden. Merle sind Kameras natürlich nicht geheuer.  Als gutes Frauchen versetze ich mich in einem Bild auch in ihre Lage und gucke ähnlich skeptisch. Auf dem anderen bin ich nur eine normale Elschwurst, wie immer."

 

…in der Tat, der Film in meiner Kleinbildkamera Revue Flex SC2 war dann endlich voll und konnte entwickelt werden.  So auch der Film in meiner zweilinsigen Reflekta II. ;-)

 

Hach…was für schön geschriebene Worte von Elisa. Das freut mich wirklich sehr. Da brauche ich zum Teil gar nichts mehr dazu sagen. Hihi. …na ja, vielleicht doch ;-)

 

Als ich die Zeilen von Elisa durchlas, ist mir erneut wieder eine Sache aufgefallen:
Was sagt ein einzelnes Bild aus, wenn man es nur betrachtet, ohne jegliche Information darüber, wie es entstanden ist? Und welchen Unterschied macht es, wenn man zusätzlich Informationen über die Entstehung und die Situation vor Ort geschildert bekommt?
Die Frage ist für mich ganz spannend! Ich bin davon überzeugt, dass man mit zusätzlichen Informationen ein Bild oder eine Serie ganz anders betrachtet.

Hierfür möchte ich auf ein paar Bilder mit Elisa zurückgreifen, die ihr nun schon gesehen habt. Als einzige Information dazu stand höchstens ein Titel zu dem Bild oder der Serie. Wenn ich jetzt hier nochmal die Bilder zeige und die Worte von Elisa hinzufüge, bekommt die Reihe eine ganz andere Bedeutung, da man diese in einem ganz anderen Kontext sieht. Oder liege ich falsch damit?

Was möchte ich damit sagen? Das Betrachten eines Bildes, die damit übertragenen Informationen und die Realität können manchmal weit auseinanderliegen. Man könnte es auch als eine Art Verzerrung beschreiben.

 

Zum Beispiel...

 

 

*Der Schein trügt*

Hier zeigt sich wahres Talent des Fotografen. Eigentlich rollte ich mich nur wieder auf dem Boden herum, weil ich das gerne mache. Und weil ich bestimmt Hunger, Durst, Kalt, Pipi, Langeweile hatte. Peter, das Adlerauge, erkennt sofort ein Motiv. „Bleib mal so.“ … und ich halte inne. Dann später, als wir zusammen die entwickelten Bilder anschauen, bin ich überrascht und begeistert. Tat ich diesen Moment bei der Fotorunde selbst als recht wenig bedeutsam ab und vergaß ihn. Nun bin ich total verliebt in diese Bilder. Auch wenn sie mich als ruhiger darstellen als ich bin.

 

Die ruhigen und sensiblen Bilder mit Elisa (am Boden) sind zum Beispiel letztendlich beim Rumalbern entstanden und nicht wie man es eventuell vermuten könnte, in melancholischen Momenten voller schwerer Musik und leergetrunkenen Rotweingläsern… ;-)

 

Egal in welcher Form ihr Bilder betrachtet, ob fotografiert oder als Video, Bilder entsprechen nicht immer der Realität oder der Wahrheit, die sich im Kopf des/ der Betrachtenden formt. Egal ob es banale Dinge und Situationen sind oder komplexere Geschichten. Ich appelliere deshalb an euch, sich hin und wieder mal die Zeit zu nehmen und die sichtbaren Informationen zu hinterfragen, bevor ihr aus einem Bild Schlüsse zieht ;-)

 

 

*Heilige Maria*

 

Haha, ich weiß gar nicht, was ich da schreiben soll. Das war eigentlich Quatsch meinerseits. Ich kann nie ruhig bleiben und sobald sich der Fotograf seiner Technik widmet und mich unbeobachtet lässt, rolle ich mich herum und wurste mich in die Laken Requisite ein. Ich bin ja auch eine Elschwurst. Wie es Peter dann schaffte, dies als friedliches Motiv einzufangen, ist mir bis heute ein Rätsel.

 

 

*Gedankenentzug*

 

Das war Peters Idee und ich liebe sie. Ich bin ja prinzipiell immer dafür zu haben, auch mal nicht mein Gesicht zu zeigen und den Körper sprechen zu lassen. Ich mag total, wie das Stück Stoff aussieht. Fast schon geisterhaft. Als ob die Seele oder Gedanken den Kopf verlassen wollen und ich klammere mich verzweifelt daran. Also wirklich Danke an Peter für die Idee und das gemeinsame rumprobieren.

 

 

*Die Wahrheit unterliegt einem Schleier*

 

Wie das zustande gekommen ist, weiß ich gar nicht mehr. Wir beide waren dann so „drin“ im kreativen Prozess. Das Motiv hat etwas anonymes, der straff gespannte Stoff schon fast etwas Gewaltsames. Ich bin gespannt wie andere Betrachter das interpretieren werden. Das Licht von unten erinnert mich an alte Horror Schinken und dass durch den Schattenfall meine Nippel Hörnchen haben, finde ich auch sehr faszinierend. War so nicht geplant, aber sehr erwünscht. 

 

 

*Die Pesade*

 

 

Elschwurst und das Experiment der

 

Selbstwahrnehmung

 

 

 

Dies ist ein faszinierendes Experiment, woran ich Euch gerne teilhaben lassen möchte. Lasst es uns „Wie Elschwurst sich im Spiegel erkennt“ nennen. Ich habe die Geschichte mit unzähligen Bildern dokumentiert. Trotzdem würde ich Euch darum bitten, den Text zu lesen, damit Ihr die Zusammenhänge des Experiments besser versteht.

 

Das Team vom Forschungsinstitut Fotonaut hat sich dazu in einer Langzeitstudie mit der Lebensform Elschwurst beschäftigt. Kennt Ihr nicht? Dann wird sich das nun ändern… Faszinierend ist: Dieses Wesen existiert nur einmal auf dieser Welt! Ist das nicht verrückt und fantastisch zugleich? Aus dem Grund haben wir Sie mit keinerlei Erfahrung, aber mit gutem Gewissen groß bekommen und möglichst normal aufwachsen lassen.

 

 

*Selbstwahrnehmung Klappe die 1.!*

 

Das war der erste Moment, als Elschwurst mit einem Spiegel konfrontiert wurde.

 

Elschwurst hatte bis zu besagtem Moment noch nie einen Spiegel vor sich. Auch keine andere spiegelnde Fläche, in der sie sich sehen konnte. Dieses Experiment bedurfte natürlich einer längeren Planung. Bereits von Geburt an wurde alles getan, dass sie sich nirgends selbst sehen konnte. Sie bekam nur Wasser aus einer matten Flasche oder aus Bechern, durfte nie in die Nähe von Gewässern, damit sie sich nicht in deren Oberflächen erkennen konnte. Ich möchte jetzt gar nicht weiter darauf eingehen, was wir alles taten, um dies zu unterbinden- Es war ein enormer Aufwand.

 

 

*Selbstwahrnehmung Klappe die 2..!*

 

Bei diesen Bildern sieht man schon eindeutig, dass Sie sich bewusst wahrgenommen hat und sich ihrem Spiegelbild näher kommt. Dennoch ist eine gewisse Skepsis oder auch Unsicherheit vorhanden.

 

Und bevor ein Aufschrei kommt: Wir haben keine weiteren Experimente mit ihr gemacht! Das Experiment ist nichts Ungewöhnliches und wurde schon an vielen Lebewesen getestet. Um jetzt nicht sonderlich viel Text zum Thema Selbstwahrnehmung zu schreiben, nehme ich es mir raus, Euch auf den Link bei Wikipedia zu verweisen, der dieses Thema gut beschreibt und möchte stattdessen die Bilder sprechen lassen.

 

Wikipedia Spiegeltest

Wikipedia Selbstwahrnehmung

 

 

 

*Kurze Bildsequenzen aus der Selbstwahrnehmung Klappe die 1.!*

 

 

 

*Kurze Bildsequenzen aus der Selbstwahrnehmung Klappe die 2.!*

 

Es war sehr beeindruckend den Moment mitzuerleben, als Elschwurst zum ersten Mal ihr Bild im Spiegel erkannte. Ihre Gefühlswelt stand förmlich unter Strom! Sie spürte und sah Angst, Verwunderung, Zweifel, Freude, Schüchternheit, Faszination, Stärke und Erschöpfung. Direkt vor sich und auch in sich selbst. Wenn man sich das mal vorstellt! All diese Zustände wechselten im Sekundentakt! Aber diese Erkenntnis hielt Elschwurst nicht im Geringsten davon ab, aufzuhören. Zu groß war die Faszination erkannt zu haben, dass sie es ist, die sie da im Spiegel sah.

 

 

 

*Kurze Bildsequenzen aus der Selbstwahrnehmung Klappe die 1.!*

 

Ganz gleich wie die Situation mit Elschwurst ausgegangen wäre, einen neuen Eintrag bei Wikipedia und Erwähnung in allen Forschungsarbeiten dieser Welt ist auf jeden Fall angemessen! Wir, das Team vom Forschungsinstitut Fotonaut, sind unbeschreiblich glücklich darüber, wie dieses Experiment endete. So auch Elschwurst.

 

 

*Selbstwahrnehmung - Um sich selber gefangen*

 

Es war ein Zustand, den Elschwurst als solches beschrieb. Nicht "In sich selber gefangen", sondern "Um sich selber gefangen". Sie fühlte sich in diesem Zustanden von sich selber beobachtet.

 

Hiermit ist *Elschwurst und das Experiment der Selbstwahrnehmung* beendet und wir bedanken uns bei Euch für eure Aufmerksamkeit. Mit freundlichen Grüßen Elschwurst und das Team vom Forschungsinstitut Fotonaut

 

 

Ein Ton. Ich horche auf. Ich versuche nicht zu denken und mich auf die Musik einzulassen. Mich frei zu lassen, authentisch zu sein. Peter gibt mir die Möglichkeit dazu als einer der wenigen Fotografen, die ich kenne. Ich schätze das sehr. Aber ich merke auch, dass es mir schwerfällt. Wie oft denke ich vor der Kamera und Winkel meines Gesichts und Bauch anspannen und sexy aussehen.

 

Plötzliche Extrawünsche nach Glühwein werden mir erfüllt. Ich versuche es nochmal. Die Musik lenkt mich ab. Peter und ich stöbern nochmal im CD und Schallplatten Regal. Das macht Spaß. So etwas habe ich lange nicht mehr gemacht. Nach einer Weile stelle ich fest, dass er da ein besseres Händchen hat. Musik läuft. Ich lasse mich fallen. Im Wahrsten Sinne des Wortes. Es war keine leise Fotorunde. Viel Lachen. Viel vom Bett poltern, weil ich vor lauter Fallenlassen vergesse, dass Schwerkraft existiert.

 

 

Auch mein spontaner Wunsch nach einer Gardine, mit der ich jetzt ganz dringend posen möchte. Alles sehr unkompliziert. Am Ende sind wir beide geistig ziemlich am Limit. Authentisch sein fand ich dann doch ganz schön anstrengend vor der Kamera aber das ist etwas, an das ich mich auf jeden Fall gewöhnen will. Peter ließ mich machen, dafür bin ich sehr dankbar.

 

An dem Nachmittag hatte mein Körper alle Formen jeglicher Ikea Beistelltische nachempfunden und ich war begeistert, was so ein Körper alles kann was man ihn lässt. Zusammen sichten wir Bilder und manchmal muss ich lachen, oft bin ich beeindruckt. Über Peters Arbeit, aber auch über mich.
Wie es doch manchmal anderer Leute bedarf, sich selbst besser kennen zu lernen. Danke für die tolle Kennenlernen Bilderrunde. Und auf noch viele mehr in der Zukunft.

 

 

*Auf der Suche…*

 

Was für eine phantastische Bilderrunde mit der Elschwurst! Mir geht so viel durch den Kopf, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll :-D Das Kennenlernen. Sie als Mensch. Das Bildermachen. Sie als ein oder gar mehrere Möbelstücke in einem.

Unser Waschweibertratsch. Musik. Der Grundgedanke dieser Bildergeschichte. Und letztendlich was wir alles noch für Ideen umsetzen wollen…

 

 

*Sie freute sich so sehr…*