Bildergeschichten mit Matthias Naumann

 

 

 

*Der kleine Tod*

 

*Kleider machen Leute?*

 

 

Weil wir immer wieder mal nackt zu sehen sind, kam mal die Bemerkung: Habt Ihr nicht anzuziehen?! Ja...wir haben etwas anzuziehen. Nur eben nicht viel. Und da jeder für sich nicht immer das Gleiche anziehen möchte, tauschen wir auch die Kleidung.

 

Sind wir jetzt Leute, weil wir Kleidung tragen? Oder eben Kleider? Wer hat die Hosen an? Der, der nicht das Kleid anhat? Wir definieren gern den Menschen darin, in was für Kleidung er steckt.

 

Unabhängig von der Gestik und Mimik, die wir hier in den Bildern zusätzlich etwas überspitzt haben, was aber definiert Weiblichkeit oder Männlichkeit?

Sieht man eine Frau im Anzug, liegt oft die Definition bei: lesbisch, machtgierig, über-ehrgeizig, wird aber eher akzeptiert, manchmal gar fetischisiert.

 

Wogegen der Mann im Kleid eher als schwul und schwach gesehen wird, es kommt auch eher die Frage: stimmt mit

dem etwas nicht?

 

Dabei ist Kleidung an sich neutral. Nur Stoff, der den Körper ziert, ursprünglich um uns vor Witterung zu schützen, jedoch mit gesellschaftlicher Entwicklung wurde Kleidung eben auch eine symbolische Ebene zugeschrieben.

 

Bloß gut, dass sich unsere Gesellschaft auch weiterhin entwickelt. So machen Kleider ja eigentlich nicht die Leute, sondern wir Leute die Kleidung. Und am Ende sollte sich jeder so kleiden, wie es gefällt. Denn Attribute zu bestimmten Kleidungsstücken sind ja sowieso genauso Veränderungen ausgesetzt, wie die Gesellschaft als Ganzes. So sind traditionelle Schottenröcke Symbol für Männlichkeit, genauso wie der Absatzschuh des Mannes im Rokoko.

 

Wie ihr seht, es geht durch ein bestimmtes Kleidungsstück nicht die Männlichkeit verloren. Genauso wenig wie die Weiblichkeit.

Das ist eigentlich das, was wir mit dieser Serie sagen möchten. Natürlich standesgemäß mit einem Augenzwinkern.

 

 

*...when the pet is waiting for the food delivery*



Ja, wer kennt das nicht? Kaum wird in der Küche hantiert, schleicht sich das Tierchen dazu und beobachtet interessiert. Ist das für mich? Frauchen, mach schneller, ich habe Hunger!

 

 

Ach, wie drollig. Diese Haustierchen, immer an unserer Seite. Sie sind unsere besten Freunde, in guten und schlechten Zeiten. Sie verstehen unsere Ängste und erhellen unseren Alltag. Oder sind wir doch nur lebende Dosenöffner und werden nur geliebt, weil wir das Fressi zubereiten?

 


~ Gedanken einer Fotonautenhalterin

 

 

*Episoden einer Liebe*

 

Geht es Euch auch so?

Oder erging es Euch auch so, als ihr in einer Beziehung wart?

…oder ist das irgendwie nur bei Elisa und mir so?

 

Fragen über Fragen…;-)

 

 

Für mich sind gleich ein paar Fliegen mit einer Klappe geschlagen worden. Ich hatte schon länger diese Art von Ideen im Kopf (zum Teil auch schon umgesetzt), aber umso schöner war es, dass Matthias die Richtung des Bildinhaltes ähnlich vorhatte. Dass ich dies mit meiner Partnerin Elisa umsetzen konnte und sie diese Ideenwelt genauso zugewandt ist wie wir, kam noch dazu. Zudem konnte ich wieder aus der Komfortzone heraus und vor der Kamera stehen. Und um den Kreislauf wieder zu schließen, Matthias wieder mal ein Paar ins Bild nehmen konnte. So war es eine fantastische Symbiose von bunten Murmeln im Kopf.

 

Ihr werdet aber auch Bilder sehen, die noch aus älteren Projekten sind. In dem fall sind auch andere Damen zu sehen, als nur Elisa. Und es gibt hin und wieder noch Bilder von mir, wo ich einfach nur ins Portrait genommen wurde. So dann, viel Spaß…

 

 

 

*Der Wunsch, manches durch den Busch zu sagen,

wenn keine Blume vorhanden*

 

 

*Pieta*

 

Es ist ja kein Geheimnis, dass die Bilderwelt des Fotonauten von den Arbeiten des tschechischen Fotografen Jan Saudek angeregt ist. (Wer den Herrn Saudek nicht kennt, dem sei hiermit ans Herz gelegt, sich über das Schaffen dieses Künstlers zu informieren.)
Auch bei diesem Bild war der Umgang Saudeks mit religiösen Motiven eine Hauptinspiration. Jedoch sollte ja nicht nur abgekupfert und nachgemacht werden, sondern eine eigene Interpretation der Pieta geschaffen werden.

Pieta? Für alle, die kein Kunststudium absolviert haben oder sich als Katholiken verstehen: Das Pieta-Motiv ist eine recht beliebte christliche Darstellung der Mutter Maria mit dem Leichnam des Jesus auf ihrem Schoß. Die Szene zeichnet sich durch eine Frömmigkeit und Verletzlichkeit aus.

Diesen Grundansatz haben wir auch aufgenommen, da uns reizte, dass hier die tragende (im wahrsten Sinne des Wortes) Rolle der Szene eine Frau besetzt. Der Heroismus ist hier umgedreht – sonst sind es die Männer, die episch die Frauen, die Kinder,

die Schwachen und die Alten tragen. Hier jedoch hält die Frau den Mann, der hier zudem noch in einer verletzlichen,

sich offenbarenden Position ist.

 

 

So kann man die Figur des Märtyrer Jesus auch auf heute beziehen. Es gibt viel zu selten Männer, die Gutes tun, ohne sich zu profilieren zu müssen und sich als starker Held inszenieren wollen.
So ist die Darstellung der Männlichkeit als verletzlicher Antiheld und als passiver Akteur in den Medien eher selten wahrzunehmen.

Als Gegensatz dazu wollten wir die Weiblichkeit nicht nur als tragende Figur, sonders als eine moderne und zeitgemäße Frau darstellen. Keine Jungfräulichkeit als Zeichnen der Frömmigkeit, sondern eine emanzipierte Nacktheit, mit Tattoos und klarem Blick zum Betrachter.

Dieser direkte Blick in die Kamera verdeutlicht auch die emotionale Ausrichtung, die das Pieta Motiv in diesem Kontext haben soll: nicht wie in der christlichen Tradition ein Motiv der Trauer, sondern als Herausforderung zu verstehen. Der direkte Blick, fast mit einem Unterton der Wut, fragt den Betrachter auffordernd: Warum?

 

Einen Dank an Matthias Naumann für die Gedanken und Umsetzung des Bildes.

 

 

*Der starke Mann*

 

Hat er nicht wahrlich seine Stärke bewiesen?! Dieser Lauch von Mann ;-)

 

 

*Rache ist süß*

 

Schon mal darüber nachgedacht...

 

Heiratet endlich! Macht Familienfeiern! Werdet ein Paar! Feiert das Leben! Setzt Kinder in die Welt! Macht nicht nur Musik im Proberaum, sondern spielt vor Publikum!

 

Du bist hier auf dieser Welt und DAS wurde noch nicht in Bildern festgehalten?! Egal ob jung oder alt. Groß oder klein. Zierlich oder kräftig. Introvertiert oder extrovertiert. Ob im Portrait oder als Akt. ...mh…na dann wird es aber Zeit :-)

 

Du kannst Dir vorstellen, dass ich Derjenige sein könnte, der Dich im Bild festhält? Dann sende mir eine kurze Mail und ich melde mich umgehend bei Dir. Ich würde mich jedenfalls freuen, von Dir zu hören:-)